Aktionismus statt Nachhaltigkeit

Woran merkt man, wenn wieder ein Wahlkampf vor der Tür steht? - Jeder dahergelaufene Politiker wird auf einmal zum Experten. Konkret haben wir momentan anscheinend eine Haufen selbsternannter Pädagogen, vor allem in den Reihen der CDU. "Warnschussarrest" (für mich schon jetzt ein Kandidat für das Unwort des Jahres 2008), Erziehungscamps und Verschärfung des Strafrechts sind in deren Augen die richtigen Mittel, um mit kriminellen Jugendlichen umzugehen. Das hört der konservative Wähler natürlich gerne. Und natürlich sind es vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund, die straffällig werden und am besten gleich abschiebt. Da freut sich dann der Wähler aus dem rechten Lager.

Und wie es leider häufig der Fall ist, versucht man wieder die Symptome zu bekämpfen anstatt die Ursachen zu beseitigen. Für mich sind das vor allem das veraltete Bildungssystem, der Mangel an Perspektiven für die Zukunft, ein Sozialsystem, dass immer mehr Menschen an die Grenzen der Armut schiebt und mangelhafte Integration von Migranten. Aber das sind Aufgaben, die man innerhalb einer Legislaturperiode nicht bewältigen kann. Und da sich die jeweilige(n) regierende(n) Partei(en) nicht sicher sein kann/können, beim nächsten Mal wiedergewählt zu werden, verfällt man lieber dem Populismus.

Gibt es wirklich immer mehr Straftaten durch Jugendliche?
Sind ausländische Jugendliche wirklich gewalttätiger?
Jugenstrafrecht geht vor Wirtschaft und Arbeit
verfasst am 05.1.2008 - 10:38 in: [Gedanken] Link zum EintragBookmark
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